Andrea Krugmann de Oliveira

FamilienHebamme

Stillen

Stillen ist die praktischste, gesündeste, schnellste, billigste – und seit Millionen Jahren erprobte Ernährungsweise für ein Baby! Das erste Anlegen, oder besser gesagt die ersten Saugversuche deines Kindes sollten so früh wie möglich, am Besten kurz nach der Geburt passieren. Dann kommt die Milchbildung am Besten in Gang, und dein Kind bekommt seine erste Mahlzeit, ein paar Tropfen Kolostrum (Vormilch), das so viele Abwehrstoffe, Flüssigkeit und Eiweiß enthält.

Oft schlafen die Kinder am ersten Tag sehr lange am Stück und erholen sich von der Geburt, bis sie dann wieder nach der Brust verlangen.

Leg danach dein Kind so oft an die Brust, wie es sich meldet, denn Einschränkung der Stillzeit könnten Beschwerden verursachen
und den natürlichen Stillablauf stören. Es könnte oft  beim Stillen einschlafen und du solltest es auch nicht wecken, denn Saugen ist anstrengend und dein Kind kennt noch keine Mahlzeiten, denn es wurde durchgehend von der Plazenta versorgt und außerdem kennt es noch nicht die hektische Welt, in die es geraten ist!

  • Mache es dir zu Gewohnheit, vor jeder Stillmahlzeit Wasser zu lassen, und dir selbst ein Glas Wasser, Milchbildungstee oder Saft zur Verfügung zu stellen. Beende alle Tätigkeiten, die deine Aufmerksamkeit fordern würden, damit du dich beim Stillen ganz und gar deinem Kind widmen kannst. Mach es dir gemütlich und bequem, in dem du eine ruhige Stelle herrichtest, wo du zum Beispiel Kissen zur Unterpolsterung und einen Hocker um die Beine etwas hoch zu lagern, zur Verfügung hast.
  • Lege dein Kind so in Position, dass es bequem, Bauch gegen Bauch, auf Brustwarzenhöhe liegt, und eigentlich nur noch andocken muss.
  • Nutze den Moment, in dem dein Kind den Mund aufsperrt und nach der Warze sucht, um ihm möglichst viel von der Brustwarze und dem Warzenhof (mit dem C-Griff) in den Mund zu schieben, da das Saugen sehr ziept und die Warzen wund machen kann. Sobald es deine Warze in seinem Mund spürt – wird es sie kräftig einsaugen und mit leicht kauenden Bewegungen mit seiner Zunge die Milch aus den Milchseen heraus melken. Beachte dabei, dass der Saugreflex oben am Gaumen ist!
  • Nach dem Anlegen, wasche deine Brustwarzen mit fließendem Wasser ab, trockne sie sanft ab und verteile einige Muttermilchtropfen auf den Warzen, das pflegt und hilft bei Wundsein. Ebenfalls hilft viel Luft an die Brustwarze zu lassen und eventuell eine Lanolinsalbe drauf zu schmieren.
  • Auch verschiedene Stillpositionen (Wiegehaltung, Rückenhaltung, Stillen im Liegen, Stillen m Vierfüßlerstand etc.) mehrmals täglich wechselnd anzuwenden, können das Wundsein der Warzen vermeiden. Zur Eingewöhnung der Warzen, lass dein Kind in den ersten Tagen 10 Minuten an jeder Brust trinken, falls es nötig wird, kannst Du die Zeit nach und nach auch bis 20 oder 25 Minuten pro Brust ausdehnen.

Wenn das Stillen bei den ersten Stillmahlzeiten länger als ein bis drei Züge schmerzt, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass die Position nicht optimal ist. Die beste Prophylaxe vor wunden Brustwarzen ist das korrekte Ansetzen!

Bevor du es an die andere Brust anlegst, und wenn ihr fertig seid, gib deinem Kind durch Hochnehmen Gelegenheit zum Bäuern. Manche Kinder schlucken beim Trinken sehr viel Luft, die im Bauch dann drückt, und die Kinder noch nicht recht zur Ruhe kommen lässt.

Nimm bei der nächsten Stillmahlzeit die Brust als erstes, mit der du beim letzten Stillen aufgehört hast, bzw. die Brust die sich deutlich schwerer anfühlt.