Andrea Krugmann de Oliveira

FamilienHebamme

Milchstau und Mastitis

Anzeichen für einen Milchstau sind eine schmerzhafte, gespannte und gerötete Brust und eventuell leichtes Fieber. Das frühzeitige Erkennen und Behandeln eines Milchstaus kann eine Brustentzündung verhindern.

Wenn du Knoten durch gestaute Milch in der Brust ertastest, sorge dafür, dass die Knoten deutlich kleiner werden und verschwinden, in dem du rasch folgende Maßnahmen ergreifst:

  • Vor dem Stillen lege einen heißen und nassen Waschlappen oder eine Mullwindel für ca. 5 Minuten auf die Brust, denn Wärme öffnet die Milchgänge und hilft, die Milch zum Fließen zu bringen.
  • Massiere die Brust anschließend kreisförmig mit der Handfläche. Du kannst auch eventuell Milchbildungsöl beim Massieren benutzen, dies fördert das Fließen ebenfalls.
  • Streiche die Milch vom Brustansatz bis zu den Warzen aus, damit das Baby die pralle Brust gut ansaugen kann.
  • Lege dein Kind an die Brust.
  • Nach dem Stillen kühle die Brust mit kühlschrankkalten Auflagen für ca. 20 Minuten. Kälte verengt die Milchgänge und Drüsen und hilft, die Milchproduktion im Falle eines Überangebots ein wenig zu drosseln.
  • Umschläge mit Quark (und in schlimmen Fällen, Quark mit Retterspitz äußerlich oder Venadoron von Weleda vermischen) halten die Kälte besser als normale Auflagen. Achtung: Den Quark nicht direkt auf die Brustwarzen legen!
  • Wenn der Auslöser psychischer Stress ist, hilft ein Glas Wasser mit 4 Tropfen Rescue-Bachblüten!
  • Ruhe und Entlastung ist unbedingt zu beachten. Bei eventuell auftretender erhöhter Temperatur Bettruhe einhalten und, wenn notwendig, dürfen schmerzlindernde und fiebersenkende Arzneimittel wie z. B. Paracetamol oder Ibuprofen angewendet werden.

Eine Brustentzündung geht mit Fieber und grippeähnlichen Symptomen einher. Zur Linderung werden die gleichen Maßnahmen wie beim Milchstau angewandt. Wenn die Maßnahmen nicht innerhalb von 24 Stunden eine Besserung bewirken, solltest du einen Arzt kontaktieren. Es besteht möglicherweise die Gefahr von Eiterbildung an der entzündeten Stelle, die eine Behandlung mit Antibiotikum erfordert.