Andrea Krugmann de Oliveira

FamilienHebamme

Milcheinschuss

Etwa am dritten Tag nach der Geburt wird der sogenannte Milcheinschuss kommen. Vor dem Milcheinschuss wird dein Kind von der Vormilch versorgt. Diese reicht vollkommen aus, weil sein Magen noch viel Fruchtwasser enthält und es deswegen noch kein Hungergefühl kennt.

Etwa am dritten Tag nach der Geburt wird dein Kind unruhiger, weil eben dieses neue Gefühl sich bemerkbar macht. Zu diesem Zeitpunkt kommt auch die Milchproduktion in Gang. Erwarte aber nicht, dass dein Kind davor eine Gewichtszunahme hat! Erst wird es circa 7 bis 10% von seinem Gewicht verlieren, um sie nach dem Milcheinschuss innerhalb von ungefähr 14 Tagen wieder zuzunehmen!

Die Menge der Produktion muss nun in den nächsten Tagen mit dem Kind abgestimmt werden, d. h. die Brust muss lernen, wie viel dein Kind braucht. Nett, wie sie ist, bietet sie meistens erst einmal zu viel an. Deine Brust ist deutlich größer, wärmer und eventuell unangenehm gespannt. Du kannst davon ausgehen, dass jede Frau, ob mit großen oder kleinen Brüsten, flachen oder herausstehenden Brustwarzen, stillen kann und genügend Milch produziert!

Innerhalb einiger Tage wird sich die Milchmenge regulieren und das Spannungsgefühl wieder verschwinden. Und bis dahin heißt es manchmal einfach: durchhalten.

Der Stillrhythmus deines Kindes wird manchmal etwas schwanken, aber im Allgemeinen wird es sich auf alle 2, 3, oder 4 Stunden individuell einpendeln. Jede Mutter und jedes Kind sind anders! Grundsätzlich ist es sinnvoll, dein Kind nach Bedarf zu stillen. Vielleicht meldet es sich ab und zu häufiger und will dauernd gestillt werden. Es hat nämlich nicht nur Hunger, sondern auch ein starkes Saugbedürfnis und braucht die Nähe und Geborgenheit, die nur das Stillen befriedigen kann. Manchmal ist der Grund für das dauernde Stillbedürfnis auch ein Wachstumsschub, für den das Kind mehr Milch braucht; und nur in dem es mehr saugt, kann die Brust auch mehr produzieren!

Einige Kinder schlafen in der Nacht schon sehr früh mehrere Stunden am Stück. Das ist aber nicht die Regel. Dann ist es wichtig, sich für das Stillen so bequem wie möglich einzurichten, um rasch wieder zur verdienten Nachtruhe zu kommen. Du brauchst dein Kind nur schnell zu dir ins Bett zu holen – liegend zu stillen, ermüdet weniger. Versuche, nachts möglichst wenig Licht zu machen und dein Kind nur wenn notwendig zu wickeln, damit es lernen kann, den Tag von der Nacht zu unterscheiden. Tagsüber solltest du für dich selbst Ruhepausen einbauen, denn die nächste Nacht kann immer wieder anstrengend werden und es braucht Zeit und Ruhe, um sich an den neuen Alltag zu gewöhnen!

Gib Deinem Kind und dir selbst ein paar Wochen Zeit, Euch beim Stillen aufeinander einzustellen. Stillen will in Ruhe geübt sein und spielt sich im Laufe der Zeit ganz natürlich ein.